Papierkram, Fall 3: eine Wohnung mieten

Ein Vermieter hat mir dreimal (!) einen Vertrag zur Unterschrift untergeschoben, in dem 12 Kautionen für einen vorzeitigen Auszug standen.
Jedes Mal an einer anderen Stelle.
Jedes Mal das unschuldige Gesicht, als hätten sie das Dokument nicht gelesen, bevor sie es mir zur Unterschrift gaben — das war alles ihr Makler, versteht sich.
Bis dahin hatten wir ein gutes Verhältnis.
Nach dem dritten Mal habe ich meine Illusion verloren — beim vierten Mal sagte ich, sie sollen mir den Mietvertrag vorab per WhatsApp zur Abstimmung schicken.
Nach dem dritten Mal habe ich ihnen außerdem eine Szene gemacht: dass wir befreundet sind, dass unser Verhältnis so einen Umgang mit mir nicht vorsieht und dass sie mir ins Gesicht das eine sagen und auf dem Papier das andere.
Und dann habe ich den Papiervertrag bei der Unterschrift trotzdem noch einmal gelesen — wer weiß? Ich hatte ihn ja nicht ausgedruckt.
Und anscheinend ist das meine Ressource — mich manisch in juristische Dokumente zu verbeißen und dieser Chihuahua zu sein, der zwar klein ist, aber verdammt noch mal.
Das freut mich.
Andere Menschen sind vielleicht nicht so, haben Angst vor Papierkram oder davor, für sich einzustehen, und ich eben 😊🙄
Und Erfahrung habe ich, wie sich zeigt, auch schon.
Wenn ich alt werde, bin ich wohl genau die Oma, die jeden methodisch zur Weißglut treibt, sofern es einen Grund gibt.
Ansonsten — ein liebes Wesen, Schleifchen, Blümchen, und ich mag Wärme.
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