Der Umzug nach Zypern veränderte Artem Zakharovs Erwartungen, war aber nicht seine erste Begegnung mit einem anderen Alltag. Im am 28. September 2024 veröffentlichten Gespräch erinnert er sich an Moskau, Tel Aviv, Antalya und Zypern und erklärt, warum der nächste Umzug bevorstand.
Das Zuhause aus einem anderen Blickwinkel
Artem lebte fast 30 Jahre in Moskau. Vor seinen beruflichen Reisen hatte er kaum Vergleichsmöglichkeiten: Moskau war einfach sein Zuhause. Große Teile der Jahre 2017 und 2018 in Tel Aviv gaben ihm einen neuen Bezugspunkt.
Zunächst erschien ihm Tel Aviv ungewohnt, und er bemerkte Dinge, die ihm nicht gefielen. Zurück in Moskau sah er Qualitäten der Stadt, die er vorher für selbstverständlich gehalten hatte. Auch die Vorstellung, überall sei das Leben bis auf Architektur, Klima und Währung ähnlich, musste er überdenken.
Der Weg nach Zypern
2022 verbrachte Artem nach eigener Aussage etwa sechs Monate in Antalya. Als seine Familie keine Aufenthaltserlaubnis erhielt, suchte sie ein anderes Ziel. Nach einem kurzen Aufenthalt in Dubai zog sie nach Zypern. Dort war sein Geschäftspartner bereits ansässig, und beide konnten enger am Startup arbeiten.
Bekannte hatten ihn vor Langeweile, wenigen Menschen und schlechter Infrastruktur gewarnt. Seine niedrigen Erwartungen wurden positiv übertroffen: Er fand eine Infrastruktur, die ihm gefiel, und interessante Menschen aus IT, Startups und Unternehmen.
Das sind persönliche Eindrücke, keine Zusage gleicher Erfahrungen für alle. Artem spricht auch davon, sich selbst am Leben zu beteiligen, statt darauf zu warten, dass interessante Dinge von allein geschehen.
Warum trotzdem der nächste Umzug anstand
Zum Interviewzeitpunkt wollte Artem Zypern ungefähr einen Monat später verlassen. Seine Frau hatte eine leitende Position bei einem deutschen Unternehmen angeboten bekommen, mit teilweiser Anwesenheit im Büro. Sein eigenes Geschäft arbeitete mit einem verteilten Team, weshalb er örtlich flexibler war.
Der Abschied bedeutete keine Enttäuschung über Zypern. Über eine Rückkehr wollte er weder „für immer“ noch „niemals“ sagen. Der nächste Ort ergab sich aus einer beruflichen Chance der Familie.
Vertrautes vermissen und Neues entdecken
Artem vermisst die Weite russischer Landschaften, die vertraute Stadtumgebung und Wintererinnerungen, etwa Besuche bei seinem Vater auf der Datscha. Er erinnert sich auch an Reisen zum Altai und nach Sachalin.
Katerina erwähnt Schnee im Troodosgebirge. Artem erzählt von einer schönen Wanderung mit etwas Schnee zwischen grünen Pflanzen; zum verschneiten Olymp hatte er es nicht geschafft. Es war anders als der tiefe Winter seiner Heimat.
Wertschätzung des neuen Ortes, Verbundenheit mit dem Bekannten und Offenheit für einen weiteren Umzug stehen hier nebeneinander. Es ist eine persönliche Geschichte, keine Rangliste von Ländern.
Häufige Fragen
Warum übertraf Zypern Artems Erwartungen?
Bekannte hatten die Insel als langweilig und schlecht erschlossen beschrieben. Er erlebte Menschen, Geschäftsumfeld und Infrastruktur deutlich positiver.
Warum bereitete er seinen Abschied vor?
Seine Frau hatte ein Arbeitsangebot in Deutschland erhalten. Sein ortsflexibles Geschäft ermöglichte ihm, ihr zu folgen; er begründete den Umzug nicht mit Enttäuschung über Zypern.